Am 24. Juni 2026 durfte GERO in Luxemburg zahlreiche Fachpersonen zu einem grenzüberschreitenden Austauschtag begrüßen, der sich dem Thema „Erfolgreiches Wohnen und Leben zu Hause im Alter“ widmete. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die emotionalen und psychologischen Aspekte, die für ein sicheres und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden eine entscheidende Rolle spielen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des europäischen Projekts Senior Activ’2 statt und wurde gemeinsam mit der AVIQ und INNOV Autonomie organisiert. Rund 28 Teilnehmende vor Ort sowie 15 weitere online zugeschaltete Fachpersonen nahmen an der Veranstaltung teil.
Vertreterinnen und Vertreter aus der gesamten Großregion – Luxemburg, der Wallonie (Belgien), dem Grand Est (Frankreich), dem Saarland und Rheinland-Pfalz (Deutschland) – nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsame Perspektiven für die Zukunft des Wohnens im Alter zu entwickeln.
Die Fachvorträge beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Den Auftakt machte Dr. Pierre Missotten, Psychologe und Forscher an der Universität Lüttich. Er regte die Teilnehmenden dazu an, ihre eigenen Vorstellungen vom Alter kritisch zu hinterfragen. Gerade Fachpersonen begegnen im Berufsalltag häufig älteren Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Unterstützungsbedarf. Dadurch kann unbewusst das Bild entstehen, Alter sei zwangsläufig mit Abhängigkeit verbunden. Sein Vortrag machte deutlich, wie wichtig es ist, den Blick wieder stärker auf die Fähigkeiten, Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten älterer Menschen zu richten.
Anschließend widmete sich Marc Delwaide, Spezialist für geriatrische Ernährung, der Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für ein gesundes Altern. Er zeigte auf, welchen wichtigen Beitrag eine angepasste Ernährung zum Erhalt der körperlichen und geistigen Gesundheit leisten kann – insbesondere bei älteren Menschen, die allein zu Hause leben. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig die Unterstützung durch Angehörige und Fachpersonen ist, um eine gesunde Ernährung im Alltag zu ermöglichen.
Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Beitrag von Joana Valente (Luxemburgisches Rotes Kreuz und nationale Expertin von ParkinsonNet Luxemburg) sowie Chloé Szelengowicz. Sie verdeutlichten eindrucksvoll, dass ein erfolgreiches Leben zu Hause nur durch das Zusammenspiel zahlreicher Berufsgruppen möglich ist. Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Apothekerinnen und Apotheker, Psychologinnen und Psychologen, Angehörige sowie viele weitere Akteure tragen gemeinsam dazu bei, älteren Menschen ein möglichst langes selbstständiges Leben zu ermöglichen. Am Beispiel von ParkinsonNet Luxemburg wurde gezeigt, wie spezialisierte Fachpersonen ihre Kompetenzen bündeln, um Menschen mit Parkinson bestmöglich zu begleiten, ihre Selbstständigkeit zu fördern und Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern.
Über die einzelnen Vorträge hinaus bot die Veranstaltung vor allem Raum für intensive Gespräche und den fachlichen Austausch zwischen den Teilnehmenden aus der Großregion. Dabei wurde deutlich, dass ein gelingendes Leben zu Hause weit mehr umfasst als organisatorische oder technische Lösungen. Ebenso wichtig sind das Verständnis für die psychischen, emotionalen und sozialen Bedürfnisse älterer Menschen sowie eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen.
GERO bedankt sich herzlich bei allen Referentinnen und Referenten, den Partnerorganisationen sowie allen Teilnehmenden für ihr großes Engagement und die inspirierenden Diskussionen. Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist, um gemeinsam innovative Ansätze für ein selbstbestimmtes, sicheres und würdevolles Altern zu entwickeln.